Was ist das eigentlich? Lohnt sich der Einsatz? Mehr in diesem Artikel von Felix-Gabriel Gangu.
Seit dem Aufkommen des Internets sind schon ein paar Jahre vergangen. Schaut man sich die Entwicklung an, stellt man fest, dass innerhalb von wenigen Jahren die Komplexität der Informationen sowie die dabei eingesetzten Technologien stark zugenommen haben. War es früher einfach nur modern im Internet mit einer Webseite präsent zu sein, erwartet der User heute umfangreiche Informationen sowie multimediale Elemente. Um das Medium effizient nutzen zu können und in der Masse der Konkurrenz nicht einfach mitzuschwimmen, muss Einiges an Zeit und Geld in dieses Medium investiert werden. Wird der eigene Internet-Auftritt nicht nur als Mittel der Präsentation verstanden, sondern auch als Vertriebsplattform (Stichworte e-Commerce und online marketplaces) kann der zu investierende Aufwand schnell in astronomische Höhen wachsen.
Definition WCMS
Genau hier setzen moderne WCMS (= Web Content Management Systeme) an. Mittels datenbankgestützter Programmlogik ersparen solche Systeme das aufwändige Erstellen und Pflegen von Internet- Seiten, ermöglichen Inhalte zeitabhängig einzustellen, bilden das 4 Augen Prinzip (Mitarbeiter erstellt Content, Entscheidungsträger gibt diesen frei) effizient ab, kümmern sich um die Archivierung vergangener Inhalte, etc….
Segen…
Ein klarer Vorteil liegt bei der Rationalisierung von Geschäftsprozessen und deren Nachvollziehbarkeit (Wer hat wann, was am Internet-Auftritt gemacht?) Weiterhin kann ein großer Benutzerkreis Inhalte pflegen ohne die entsprechenden (technischen) Mitarbeiter damit zu beauftragen. Eine saubere Trennung von Design und Content, sowie ein implementiertes Rechtesystem machen es möglich, dass z.B. die Kollegen aus der Personalabteilung offene Stellenangebote direkt publizieren können, ohne auf die EDV-Abteilung warten zu müssen. Ein weiterer Vorteil ist die Effizienz mit der die bereits digital vorhandenen Informationen genutzt werden können. Warum sollen z.B. Produkte für einen Online-Katalog im PDF-Format neu erfasst werden? Diese sind doch im hauseigenen System zur Auftragsbearbeitung oder Warenwirtschaft hinterlegt und werden tagtäglich gepflegt. Durch den Einsatz von aktuellen Techniken (als Beispiel sei XML genannt), können moderne WCMS die gewünschten Informationen aus unterschiedlichsten Datenquellen selbstständig extrahieren und diese als automatisch generierten PDF-Katalog online stellen. Dass dieser Vorgang auch vice versa erfolgen kann ist selbstverständlich.
… oder doch etwa Fluch?
Bei allen Vorteilen die ein WCMS vordergründig bietet, sollte man auch die Schattenseite der Medaille überdenken. Halbherzig umgesetzt kann ein WCMS nämlich auch das Gegenteil der ursprünglichen Intention erreichen. Anstelle Vorgänge zu rationalisieren und deren Effektivität zu steigern kann das Negativ-Beispiel eines WCMS noch mehr Aufwand verursachen. Zu geringes Budget für die Einführung („…ist zwar nicht ganz was wir wollen, dafür aber billig…“) , schlecht definierte Aufgabenbereiche des WCMS, zu knapp bemessene Zeiträume für die Implementierung sowie ungenügende oder sogar gar nicht vorhandene Schulung der Mitarbeiter sind einige Gründe welche die Einführung zu einem Grab der (oftmals hohen) Investitionskosten werden lassen. Weiterhin sollte immer der Kosten-/Nutzen-Faktor im Auge behalten werden. Viele Unternehmen haben sich zu einem „überdimensionierten“ WCMS verleiten lassen obwohl der Nutzen in keinem Verhältnis zur Investition stand.
Kommerziell…
Schaut man sich im kommerziellen Lager der WCMS um, wird man von einer schier unglaublichen Menge an WCMS Systemen erschlagen. Hier bieten etliche Firmen teilweise sehr umfangreiche Systeme und Komplettlösungen an. Der Hauptvorteil bei einem kommerziellen System ist hierbei der Support des Herstellers. Sollte es irgendwo „klemmen“ kann man hier auf kompetente Hilfe (häufig von den Entwicklern direkt) zurückgreifen. Auch bieten etliche Hersteller interessante Mietmodelle als ASP Lösungen (Application Service Provider) an. Dies kann insbesondere bei kostenintensiven WCMS eine kostengünstige Alternative sein. Als erste Anlaufhilfe sei an dieser Stelle das Portal http://www.contentmanager.de genannt, welches eine gute Übersicht aller momentan auf dem Markt befindlichen Systeme und deren Funktionalität, bietet.
… Open Source …
WCMS auf open-source Basis gibt es zuhauf im Internet. Die Entwicklung und Verbreitung kostenlos bzw. frei erhältlicher Systeme hat vor allem durch den Siegeszug von PHP (= dynamische Middleware auf open-source Basis) und mySQL als Datenbank, stark zugenommen. Die Suche hier gestaltet sich etwas schwieriger, da in der Open-Source Welt häufig eine inflationäre Entwicklung zu beobachten ist. Nicht selten werden Systeme aus dem Boden gestampft um sie „halbfertig“ vor sich hin dümpeln zu lassen. Sieht man hiervon ab, kristallisieren sich einige interessante WCMS heraus, welche kommerziellen Systeme durchaus Paroli bieten können. Problematisch wird es hier jedoch, wenn ein Herstellersupport notwendig wird. Hierbei dienen Foren und die Entwickler des jeweiligen Systems als erste Anlaufstelle. Man muss jedoch immer bedenken dass diese Dienstleistung freiwillige Arbeit darstellt, und kein Anspruch darauf besteht. Weiterhin kann es unter Umständen sehr kostenintensiv werden wenn neue Features oder Anpassungen erforderlich sind. Vom Aufwand her gesehen ist es meistens günstiger wenn ein Programmierer etwas von Grund auf neu entwickelt, anstatt den vorliegenden Quellcode zu verstehen. Da die meisten WCMS unter der GPL ( = GNU General Public License) stehen, ist man jedoch verpflichtet die eigenen Entwicklungen im Quellcode zu veröffentlichen. Unter der Adresse http://www.opensourcecms.com findet sich eine große Übersicht an frei erhältlichen CMS.
…. oder doch etwa maßgeschneidert?
Eine Überlegung wert ist auch die Eigenentwicklung. Hier erhält man 100% der gewünschten Funktionalität und zwar angepasst auf die eigenen Geschäftsprozesse. Als weiterer Vorteil ist die Unabhängigkeit vom Hersteller zu nennen sowie der wirkliche Besitz des Quellcodes. Vordergründig mögen die Investitionskosten höher erscheinen, das TCO (= Total Cost of Ownership) kann jedoch rentabler ausfallen. Neben der Auswahl des geeigneten Entwicklers ist jedoch eine genaue Spezifizierung der Anforderungen in eine Art Leistungsübersicht oder Pflichtenheft unabdingbar.
Fazit
Egal ob Kommerziell, Open-Source oder aus der eigenen Feder, ein WCMS ist in den meisten Fällen eine lohnende Investition. Wichtig ist dass man sich der eigenen Anforderungen an das System bewusst wird und diese genau spezifiziert. Weiterhin sollte man sich, egal für welches System die Entscheidung fällt, externe Hilfe holen, es sei denn man hat diese schon 100% im Haus. Das A und O ist die Professionalität hierbei, Lösungen wie „ich kenne da einen Studenten der macht es uns für billig“ gehen in den wenigsten Fällen gut.
Über den Autor
Felix-Gabriel Gangu ist Inf. für Softwareentwicklung und freier Dozent. Er beschäftigt sich seit 1999 mit WCMS Systemen und hat an der Entwicklung zweier kommerzieller WCMS mitgewirkt. Sie erreichen ihn unter felix@gangu.de
* Die Betreiberin übernimmt keine Haftung über Richtigkeit oder Fachlichkeit der eingestellten Inhalte. Der Autor/Ersteller des Artikels haftet für alle Beiträge eigenverantwortlich. Sollten mit dem o.g. Text die Rechte Dritter verletzt, oder inhaltlich anstössig
sein, wenden Sie sich bitte an den Autor, ggf. direkt an die Betreiberin.
Es gelten die AGBs und der Haftungsausschluss der Betreiberin.
wingwave Erfolgsgeschichten
wingave entstresst und stärkt ihre Ressourcen im Turbogang und hält dauerhaft. Lernen Sie die Wirkweise von wingwave über die Erfolgsgeschichten kennen.
DIREKT Sprachreisen - Ihr Spezialanbieter für Sprachreisen weltweit
Eine der größten deutschen Job- & Informationsbörsen
- kostenlos Jobs ausschreiben
- freier Zugang zur Datenbank für spezielle Suchen
- umfangreicher Leistungskatalog zum stöbern
- professionelle persönliche Unterstützung & Beratung
- mit kostenlosem Kurzprofil Mehrwerte nutzen
- seriös & professionell seit 2002
Informations-Marketing für Trainer & Dozenten
- Mit eigenem Profil präsent sein
- mit Fachartikeln sich abgrenzen
- mit aktuellen News am Ball bleiben
- durch Seminare eigene Leistungen bewerben
- durch Mitgliedschaften in Verbänden Qualität sichern
- durch Links & Downloads weitergehend informieren